Monastic Formators' Programme

Rome and Assisi

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Das Monastic Formators' Program - Sr Ursula Wahle, Benediktinerinnenkloster Köln

Vom 3. März bis 2. Juni fand in diesem Jahr zum sechsten Mal das Ausbildungs- programm für Verantwortliche und Mitarbeiter in den Noviziaten in Rom und Assisi statt. Das Monastic Formators' Program ist eine intensive Schulung für Benediktiner, Zisterzienser und Trappisten, unterstützt vom Abtprimas der benediktinischen Konföderation und dem Generalabt der Trappisten. Leiter des Programms ist P. Brendan Thomas OSB /Belmont Abbey, England in Zusammenarbeit mit P. Mark Butlin OSB / Ampleforth, England und dem monastischen Institut an Sant' Anselmo.

 

In diesem Jahr nahmen 26 Männer und Frauen aus Asien (5), Afrika (6), Australien (1), Nordamerika (6) und Europa (8) teil. Auch die 14 Referenten und Referentinnen kamen aus den verschiedensten Teilen der Welt und brachten eine große Vielfalt von Themen ein. Hier seien nur einige exemplarisch für alle genannt.

 

Die ersten Tage verbrachten die Teilnehmer damit, sich in Anhörrunden ihre Lebens- und Berufungsgeschichten und zu erzählen. Den Einblick und Eindruck, den wir schon in diesen ersten Tagen in die kulturell so verschieden geprägten Lebenswege bekamen, öffnete Horizonte und Räume des Vertrauens, in denen sich dann der ganze weitere Kurs entwickeln konnte. M. Marie Fahy OCSO / Glencairn, Irland begleitete diese Tage und sammelte aus dem Gehörten die Fragen und Themen, die sich in der Begleitung von PostulantInnen und NovizInnen stellen. P. Mark Butlin fragte nach dem eigentlichen Sinn des Mönchtums und eines Lebens nach der Regel Benedikts. Sr. Aquinata Böckmann OSB / Tutzing - Rom eröffnete Einblicke in die zeitgeschichtlichen Hintergründe der RB und zeichnete den monastischen Werdegang Benedikts nach. P. Brendan Thomas führte den Teilnehmern die Welt der monastischen Ursprünge, der Wüstenväter und des Augustinus vor Augen. In der Karwoche zeigte P. Jeremy Driscoll / Mount Angel, USA - Rom die existentielle Verbindung zwischen Paschamysterium und monastischem Leben auf. P. Selvamratnam OMI / Sri Lanka sprach eine Woche über Aspekte der Entwicklungspsychologie und forderte uns zur intensiven Reflexion unserer eigenen Lebensgeschichte auf. P. Michael Casey OCSO / Tarrawarra, Australien gab wertvolle Hinweise zum Unterrichten und Hilfen zur Einführung in die Kunst des aufmerksamen Lesens. P. Bernardo Bonowitz OCSO / Novo Mundo, Brasilien schließlich teilte mit uns seine reiche Erfahrung in der geistlichen Begleitung seiner Novizen. Den Abschluss bildete Sr. Manuela Scheiba OSB / Alexanderdorf mit drei Tagen zur Auslegungsgeschichte der RB.

 

Die Vorlesungen und der Austausch wurden durch zahlreiche Ausflüge ergänzt, die uns mit den Ursprüngen der Kirche in Rom in Berührung brachten und natürlich mit der benediktinischen Geschichte. Dabei lernten wir viele Gemeinschaften kennen, die uns alle herzlich empfingen und uns nicht nur ihre Klostertüren, sondern auch die Türen zu ihrer gelebten Tradition öffneten.

 

Die Bedeutung, die dieser Kurs für uns hat, lässt sich nicht durch die Aufzählung der vielen Menschen und Orte aufzeigen, denen wir in diesen drei Monaten begegnet sind. Was machte dieses Programm für uns so unvergleichlich wertvoll? Zunächst die Erfahrung der Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern aus der ganzen Welt, die in dieser Zeit im gemeinsamen Leben, Beten und Studieren entstanden ist. Das geteilte Leben ließ die Freude am Miteinander bei aller Verschiedenheit sehr viel deutlicher erfahren als es im klösterlichen Alltag oft möglich ist. Dazu kamen die vielen hervorragenden Referenten, die uns durch ihre Beiträge zu einer Reflexion unseres eigenen monastischen Lebens bewegten. Das führte bei den meisten von uns zu einer neu entfachten Freude an der monastischen Lebensweise und war damit ein starker Impuls zur eigenen Erneuerung auf diesem Weg. Außerdem gaben uns die Referenten viele Inhalte an die Hand, die wir im Unterricht und in der persönlichen Begleitung an die NovizInnen weitergeben können. An dieser Stelle ist auch zu sagen, dass der Kurs insgesamt auf Englisch stattfindet. Ein aufgefrischtes Schulenglisch ist eine gute Voraussetzung für eine fruchtbare Teilnahme.

 

Aus Deutschland nahm in diesem Jahr außer mir auch P. Javier Aparicio OSB/ St. Ottilien teil. Für weiter Fragen und Auskünfte stehen wir beide gerne zur Verfügung.

 

Sr Ursula Wahle, Benediktinerinnenkloster Köln [MFP 2008}

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